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31.01.2008:
Bericht der Stiftung Natur- und Artenschutz in den Tropen über die Projektdurchführung 2001 - 2007 Drachenbaum-Regenwald Maromiza in Andasibe-Anevoka, Madagaskar

Ausgangssituation

Madagaskar ist die viertgrößte Insel der Erde. Sie hat eine besondere Geschichte. Vor zirka 70 Millionen Jahre trennte sie sich endgültig vom afrikanischen Festland. Seitdem hat sie eine eigene Entwicklung durchgemacht mit Pflanzen und Tieren, die nur hier und sonst nirgends auf der Erde anzutreffen sind. Gerade diese einmalige Natur ist durch den Menschen nun besonders gefährdet. - Erst vor etwa 1000 Jahren wurde die vollkommen von Wald bedeckte Insel von Menschen besiedelt. Die meisten kamen aus dem nahen Afrika, andere auf Booten den Küsten entlang vom indomalaiischen Archipel. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich aus diesen Einwanderern ein Volk von neunzehn Ethnien mit einer gemeinsamen Sprache herausgebildet. Zwar hat inzwischen die Hälfte den christlichen Glauben angenommen, doch selbst diese sind wie die Restbevölkerung, die verschiedenen Naturreligionen angehört, noch stark in ihrer Lebensweise von ihren ursprünglichen Glauben beeinflusst. So werden dem Menschen durch einen speziellen Ahnenkult, durch viele Tabus (Fadys), mit Wettereinfluss, verschiedene Tage oder Tageszeiten, bestimmte Pflanzen und Tiere Verpflichtungen auferlegt, die eine im westlichen Sinn moderne Entwicklung stark beeinträchtigen. Mit aus diesem Grund gehört Madagaskar zu den 10 ärmsten Ländern der Erde.

Nur zirka 150 km östlich der Hauptstadt Antananarivo liegt - mit Regenwaldfragmenten - das Dorf Andasibe, wo sich seit 1989 Helmut Zimmermann, später die Stiftung NAT, durch Biotopaufnahmen im Arten- und Naturschutz engagiert. Bisher hatte die dortige Bevölkerung vorwiegend von der Waldnutzung, insbesondere vom Brandrodungs-Wanderfeldbau gelebt. Denn ihre Ahnen haben ihnen nach ihrer Auffassung den Wald zur Nutzung überlassen. Für 2 - 3 Jahre gibt die Asche der verbrannten Wälder zusammen mit der vorhandenen, sehr dünnen Humusschicht die Sicherheit eines bescheidenen landwirtschaftlichen Ertrags (allerdings mit der Folge eines dann erodierenden Bodens). Dann wird die nächste Waldfläche verbrannt usw. usw.; doch nach dem Verbot der neuen Regierung, den restlichen Regenwald zu schädigen, ist die Armut hier noch größer geworden. Uns war sofort bewusst, dass nur durch Vertrauensbildung der Bevölkerung und ihre Einbeziehung in unsere Projekte eine Verhaltensänderung der Menschen und der Schutz ihrer Natur erreicht werden kann. Das erfolgte zum Beispiel 1991 durch unsere Hilfe bei der Planung einer Trinkwasserversorgung, bei der Realisierung sportlicher Aktivitäten der Jugend (die beiden "Fußballvereine" des Dorfes hatten seit zwei Jahren keinen Fußball mehr), aber in weit größerem Maße 1994 bei der Überschwemmung des Dorfes durch einen großen Zyklon, der riesige Verluste bei Menschen, Haustieren, Behausungen und Anbauflächen verursachte. Unsere spontane Sammelaktion in Deutschland brachte die erste Hilfe für die arme Dorfbevölkerung. Doch wurde sie auch bei unserer Dorfbesprechung durch Pläne und Fotos damit konfrontiert, dass sie selbst letzten Endes wegen der Waldbrände und Waldabholzungen Ursache der erodierten Hänge und der Überschwemmungen gewesen sind.

Madagassisches Goldfröschchen (Mantella aurantiaca)

Mantella aurantiaca

Mit den oben angeführten und weiteren vertrauensbildenden Maßnahmen gelang es uns nach jahrelanger Zusammenarbeit mit den Madagassen, sie nicht nur vom Wert ihrer seltenen Tierwelt und dem Schutz (zum Beispiel das nur hier vorkommende, madagassische Goldfröschchen auf CITES zu setzen), sondern auch der Erhaltung des Regenwald-Moorgebiets, dem Biotop des Fröschchens, nunmehr "Flaggschiffart" von weiteren 688 Tierarten dieses Gebiets, zu überzeugen. Am 2.Februar 2005 wurde das 8.400 Hektar große Gebiet nach unseren umfangreichen Vorarbeiten und Anträgen als ein weltweit wichtiges Feuchtgebiet in die Liste RAMSAR der UNESCO eingetragen (gleiche Wertigkeit als Öko-Label wie "Welterbe der Natur").

Projektziele und zu erwartende Ergebnisse

Aufgrund unseres Engagements durften wir auf Einladung der staatlichen, madagassischen Naturschutzorganisation ANGAP unser Gesamtprojekt anhand von Postern und Großfotos auf dem Madagaskarstand der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover präsentieren. Dann wurden wir gebeten, die Armut der Bevölkerung im nahe liegenden Gebiet des Drachenbaum-Regenwaldes Maromiza lindern zu helfen und gleichzeitig die Flora und Fauna dieser bereits zu zwei Drittel degradierten, einzigartigen Waldfläche vor der endgültigen Vernichtung zu retten. Am 26.02.2001 haben wir deshalb mit dem zuständigen madagassischen Ministerium ein Vertrag abgeschlossen, der zum einen den Schutz, die Erhaltung und wissenschaftliche Betreuung des Waldgebiets Maromiza gewährleisten sollte, zum anderen aber auch die Verpflichtung für die Stiftung NAT enthält, der betroffenen Bevölkerung neue Existenzmöglichkeiten bereit zu stellen wie

Gerade der Ökotourismus in Andasibe mit bereits 33% aller Madagaskar-Touristen in dieser an Tieren und Pflanzen artenreichsten Region Madagaskars verspricht sehr gute Erwerbsmöglichkeiten. Dazu ist allerdings Voraussetzung

Mit der Durchführung dieser Ziele hofften wir, der armen Bevölkerung durch "Hilfe zur Selbsthilfe" neue Existenz- und Verdienstmöglichkeiten zu geben und die einzigartige Natur zu retten, ja zudem noch das fehlende Verbindungsstück der östlichen Regenwälder an dieser Stelle durch Aufforstung wichtiger Teile des degradierten Waldgebiets wenigstens teilweise wieder herzustellen.

Zeitlicher und inhaltlicher Verlauf

Zuerst wurde das 1.600 Hektar große Waldgebiet Maromiza durch madagassische Geometer vermessen und mit Grenzsteinen und kleinen Schildern markiert, um sichtbar zu machen, dass hier nicht weiter illegale Waldnutzung getrieben und auch nicht gejagt werden darf. Eine Feldstation wurde wegen der ungewissen Eigentumsverhältnisse nicht selbst gebaut, sondern ein nahe liegendes Holzhaus mit Strom und Wasserversorgung gemietet. Hier wurden das NAT-Büro und die Unterkunft für die Stationschefin, einer madagassischen Biologin, eingerichtet, ein größerer Raum mit Tischen, Wandtafeln und ähnliches diente als Unterrichts- und Versammlungsraum. Doch infolge der politischen Krise war 2002 keine Einreise mehr nach Madagaskar möglich und die Arbeiten mussten unterbrochen werden. Diese Zeit wurde von der Stiftung NAT in Deutschland dazu genutzt, die deutsche Öffentlichkeit durch Vorträge und Ausstellungen für die Probleme Madagaskars zu sensibilisieren. Zum Beispiel erschienen zur drei Monate dauernde Madagaskarausstellung im botanisch-zoologischen Garten Wilhelma in Stuttgart außer hunderten von Besuchern auch hohe Vertreter der neu und demokratisch gewählten madagassischen Regierung sowie Vertreter des Landes Baden-Württemberg und der Bundesregierung, die sich für die Realisierung der Ziele der Stiftung NAT einsetzten (siehe auch Ausstellungskatalog).

Im Jahr 2003 konnte die Arbeit in Madagaskar wieder aufgenommen werden. Es erfolgten erste Besprechungen (Versammlungen) mit der Bevölkerung, der Gemeindevertretung, den Behörden der Kreisstadt Moramanga und den Ministerien und ihren zuständigen Abteilungen in der Hauptstadt Antananarivo. Mit der neuen Regierung ergab sich bald eine ausgezeichnete Zusammenarbeit. Der Umweltminister erließ ein striktes Verbot für Brandrodungen und Abholzungen. Die Parkwächter und die Projektleiterin nahmen ihre Arbeit auf und in der Hauptstadt wurde eine NAT-Niederlassung etabliert. Die Fortsetzung der wissenschaftlichen Untersuchungen zur Inventarisierung der Flora und Fauna erfolgten in verstärktem Maße, um auch den madagassischen Behörden und der Bevölkerung sowie den zu erwartenden Ökotouristen den hohen Wert dieses Gebiets darzustellen. Besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit (Presse und Fernsehen) erhielt das Projekt am 27.03.2004 durch den Besuch des Staatspräsidenten von Madagaskar mit Ministern und Begleitung (12 Personen), die mit 2 Hubschraubern im Maromiza-Wald landeten und eine kurze Besichtigung auf den vorläufigen Wanderpfaden durchführten. Auch die Verleihung des Nationalordens der Republik Madagaskar durch den madagassischen Senatspräsidenten am 24.05.2004 an Helmut Zimmermann trug zum Renommee der Stiftung NAT bei. Fernsehfilme des ZDF, ARTE und 3SAT zeigten die Arbeit der Stiftung in deutsch- und französischsprachigen Ländern. Die geringe Finanzierung der Arbeiten erfolgte noch durch private Spender, durch Mitglieder des Förderkreises NAT, durch den Verein BIOPAT (Patenschaften für biologische Vielfalt), dem Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. und der Deutschen Botschaft. Nachdem jedoch dem Hauptsponsor BIOPAT überhaupt keine Fördermittel für Madagaskar mehr zur Verfügung standen, war die Fertigstellung des Gesamtprojekts gefährdet.

Erst durch die 2005 erfolgte Antragsbewilligung einer höheren Summe durch die Landesstiftung Baden-Württemberg und der Einbeziehung weiterer Sponsoren in die Projektfinanzierung wie die Erwin-Warth-Stiftung für Flora, Fauna, Umwelt, Conservation International mit Tany Mewa, Interessengruppe Phelsuma, PrimaKlima weltweit e.V., Zoo Kölle Herr Landes, dem Förderkreis NAT und privaten Spendern gelang mit inzwischen über 50.000.- € eine Sicherstellung der Projektarbeiten bis zur Fertigstellung 2007 entsprechend des Vertrags der Stiftung NAT mit dem madagassischen Umweltministerium. Das bewährte Langzeit-Team der Stiftung NAT bestand aus dem Biologen Dr. Blanchard Randrianambinina, Repräsentant der NAT in Madagaskar, der Diplombiologin Harisoa Vololonarivo, dem Gärtner Mila Trasa, den Rangern und Wächtern Pafo Volontiana und Hermano Raveloarison. Für die Ausbildung zur Anlage von Baumschulen und der Wiederaufforstung trugen madagassische Spezialisten von ANGAP bei und unter Anleitung für die Wiederaufforstungsarbeiten erhielten zirka 60 Familien der Dorfes Arbeit und Brot. So gelang es uns von 2005 bis 2007 die drei Zielgruppen Erfassung der Artenvielfalt und Ökotourismus, Umweltschulung und Ausbildung sowie Wiederaufforstung mit autochthonen Gewächsen erfolgreich umzusetzen und dazu die Bevölkerung für unsere Arbeit zu sensibilisieren und ihnen ein Einkommen zu sichern.

Erfassung der Artenvielfalt und Ökotourismus

"Nur was man kennt, kann man auch schützen". Unter dieser Prämisse wurden außer den Wissenschaftlern der NAT externe Forscher sensibilisiert, im Maromiza-Wald Untersuchungen durchzuführen. Das geschah im nationalen wie im internationalen Rahmen durch einzeln forschende Wissenschaftler, durch Forschergruppen (wie zum Beispiel Vogel- Säugetier- und Insektenforscher des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart, Primatologen der Tierärztlichen Hochschule Hannover und Primatologen von GERP, Antananarivo) oder Abteilungen der Universität Antananarivo (mit über 40 Botanikern). Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Artenvielfalt des Maromiza-Waldes, wobei die Ergebnisse der Botaniker zum Zeitpunkt der Aufstellung der Tabelle noch nicht vorlagen.

DRACHENBAUM-REGENWALD MAROMIZA
ANDASIBE, OST-MADAGASKAR

BIODIVERSITÄT UND ENDEMISMUS

1.180 ha Regenwald und 420 ha Ödland, Maromiza

MADAGASCAR

16 km2

587 000 km2

Fauna

Arten

IUCN/CITES usw.
geschützt

Endemisch

Arten

Lemuren

16

16

100%

32

Andere Säuger

32

>13

30%

~90

Vögel

86

>28

87%

~256

Reptilien

20

>9

100%

~290

Amphibien

66

>2

100%

~170

lepidoptera

461

?

?

?

coleoptera

471

?

?

?

Total

1152

 

 

~838

 

Stand 2006

Stand 1994

Stand 1994

Stand 1994

Flora o. Orchi.

300

 

 

?

Orchideen

63

 

~85%

960

Total

363

 

~89%

>7.300

Die Untersuchungsergebnisse der 40 Botaniker der Uni Antananarivo sind darin noch nicht enthalten.

Fotos von Königsfischer, Giraffenhalskäfer, Mantella-Farbfrosch, Diademsifaka und Kometfalter

Ebenfalls ab 2005 wurde mit der Erstellung von Wanderwegen mit Treppenstufen (wegen des bergigen Geländes) aus Eukalyptusholz, kleinen Holzbrücken über die vielen Flüsschen, mit Abschrankungen und Geländern an steilen Aussichtsplätzen, zwei einfachen kleinen Campingplätzen mit Holzhütten und Kochstellen, Wächterhütten am Eingang und ähnliches begonnen. Die Wanderwege und Lehrpfade führen an dichte, verschiedenartiger Orchideenbestände vorbei, an festgelegten Plätzen kann man die tag- und nachtaktiven Lemuren beobachten wie den größten Lemur Madagaskars, den Indri, den schönsten Lemur, den Diademsifaka, die seltensten wie das Fingertier oder den Büschelohrmaki oder den kleinsten Primat der Welt, den Mausmaki. Am Rand der kleinen Flüsse, Bäche und Wasserfälle findet man eine Unzahl verschiedener Froscharten, von denen viele (wie auch bei den Reptilien) noch nicht bekannt und wissenschaftlich beschrieben sind (im Gebiet Andasibe gibt es über 100 verschiedener Froscharten), am Steinbruch und in den Baumwipfeln viele wunderschöne, farbige Vögel. Am Rand von Flüssen und kleinen Seen stehen Ansammlungen riesiger, alter Drachenbäume, und von den Höhen wie dem 1213 m hohen Pico de Maromiza (Maromiza=Maromizaha bedeutet "viel sehen") hat man einen weiten Blick über die ursprünglichen Bergregenwälder wie auch über viele zerstörten Flächen.

Eingang zum Schutzgebiet Drachenbaum-Regenwald Maromiza (hinten Wärterhäuschen, Infotafeln usw.)

Leider hat sich bei vielen Behörden der Geist des Staatspräsidenten und seiner jungen, oft in Deutschland ausgebildeten Mitarbeiter in Bezug auf Durchsichtigkeit und Effizienz der Arbeit und Effektivität in der Präsentation noch nicht überall durchgesetzt, oft zum Nachteil der eigenen Bevölkerung. Wie in unserem Verlängerungsantrag für die LSBW vom 09.02.2007 dargestellt, waren unsere Arbeiten für den Ökotourismus faktisch abgeschlossen. Die zuständigen Beamten der Direktion Gewässer und Wälder ließen sich jedoch viel Zeit mit der Abnahme. Der von ihnen dafür angeforderte Geldbetrag erschien uns stark überhöht und wurde von uns abgelehnt. Aufgrund unserer Beschwerde bei der Generaldirektion des Ministeriums wurde zwar der Betrag halbiert, doch mussten wir wiederum lange auf den Abnahmetermin warten. Wegen der schwierigen klimatischen Verhältnisse im Regenwald und zudem in der Regenzeit war es inzwischen wieder erforderlich, die Wanderwege, Stufen, Schutzeinrichtungen usw. wieder zu erneuern. So ist es der Bevölkerung von Andasibe-Anevoka erst mit großer Verspätung möglich, von den Einnahmen aus Eintrittsgelder, Verkauf von Artikeln und ähnlichem zu profitieren.

Umweltschulung und Ausbildung

Zur Umweltschulung durch das NAT-Team trugen - außer der angeschafften Bibliothek mit vielen Fachbüchern sowie Instrumente und Geräte - im Wesentlichen die von der LSBW finanzierten Poster und Faltblätter bei. Sie wurden auch an die Schulen von Andasibe und den Teilgemeinden verteilt und dort aufgehängt und besprochen, da gerade die Jugend ein besonderes Interesse an ihrer Natur zeigte. In der Provinzhauptstadt Moramanga und in der Hauptstadt Antananarivo fanden Veranstaltungen statt, bei der die Stiftung NAT auf einem Stand Poster und Großfotos präsentierte und Faltblätter verteilte. Die Besucher wurden über die Artenvielfalt des Maromiza-Waldes unterrichtet. Dabei wurde mit lebhaften Diskussionen für ihren Schutz geworben. Zwei weitere Veranstaltungen wurden in der Gemeinde Andasibe zusammen mit dem Bürgermeister über denselben Themenkomplex durchgeführt, die insofern noch wichtiger waren, weil hierbei die Dorfbevölkerung mit dem Sinn der Rettung ihrer Tier- und Pflanzenwelt konfrontiert wurde. Die Erhaltung der natürlichen Ressource "Regenwald" mit der Nutzung durch den Ökotourismus (und dessen Einnahmen für sie) fand bei diesen eingehenden Gesprächen besonderes Interesse, ebenso wie die Beschäftigungsmaßnahmen bei Wiederaufforstungen, Ausbildung durch Spezialisten beim Sammeln von Samen und Jungpflanzen, Errichten von Baumschulen und Anpflanzungen sowie Aussetzen der jungen Bäume zur Wiederaufforstung. Die Ausbildung als Wanderführer über viele Monate durch unsere Stationschefin Harisoa im großen Unterrichtsraum wie in der Natur wurde gern angenommen.

Schulung der NAT-Fremdenführer im Unterrichtsraum und GPS-Unterricht im Gelände

Wiederaufforstung mit autochthonen Gewächsen unter Einbeziehung der Bevölkerung

Zur Erhaltung der biologischen Vielfalt und in diesem Fall sogar zur Vernetzung von zwei Ökosystemen im östlichen Regenwald Madagaskars ist die Wiederherstellung des natürlichen Regenwaldes von eminenter Bedeutung. Die Stiftung NAT unter Federführung der madagassischen Forstdirektion, dazu als kompetenter Partner die madagassische Naturschutzbehörde ANGAP, ebenso die (neben dem WWF) weltgrößte Naturschutzorganisation Conservation International (CI) haben auch in diesem Fall erfolgreich zusammengearbeitet. Zuerst wurde eine Auswahl von Arbeitern des Dorfes über die vielfältige Flora des noch bestehenden Regenwaldes und ihre Jungpflanzen und Sämlinge unterrichtet. Dann wurden im großen Stil die letzteren gesammelt und in kleine Kunststoffsäckchen mit Humuserde verpackt. Inzwischen errichteten andere Arbeiter professionelle Baumschulanlagen, in den die kleinen Bäumchen und Sämlinge dicht bei dicht und unter Strohmatten-Schutzdächern gegen die Tropensonne weiter angezogen wurden. Bei der erforderlichen Größe, die sich meist nach der Baumart richtete, wurden sie zur Einpflanzung in vorbereitete, freie Flächen nach einem bestimmten System für Wiederaufforstungen autochthoner Gewächse eingesetzt. Das war oft ein kleines Fest für die arme Dorfbevölkerung. Trotz Regen (wie üblich im Regenwald) strömten bis zu 60 Familien auf die große Pflanzfläche. Zu Beginn wurde ein Lied gesungen, der Pfarrer der Gemeinde sprach noch einige hoffnungsvolle Worte, betete und segnete das Unternehmen. Geschenke der Stiftung NAT wie Säcke mit Mais, Getreide und Bohnen sowie ein Fußball an die Bevölkerung durften nicht fehlen und dann ging es mit Schaufel und Pflanzen zu den mit einer kleinen Humusbodenschicht vorbereiteten Pflanzlöchern (abends erhielten sie dann natürlich ihren wohlverdienten Lohn). Sorgfältig wurden die Pflanzen so tief eingesetzt, dass sie der nächste Zyklon nicht gleich fortspülen konnte. Auf diese Weise wurden im Laufe der Pflanzzeiten der Jahre 2005 - 2007 auf zirka 100 Hektar Bodenfläche insgesamt 100 000 junge Regenwaldbäumchen gepflanzt und gepflegt und zwar nicht von Eukalyptus- oder Pinienarten, wie es sonst für Aufforstungen üblich ist, sondern von zuerst 29, dann bis zu 57 verschiedener Baumarten des benachbarten ursprünglichen Regenwaldes.


Bevölkerung bei der Wiederaufforstung

Das Ergebnis dieser Arbeiten unserer Stiftung NAT, einer relativ kleinen Nicht-Regierungsorganisation (NRO), dürfte wohl sogar internationales Interesse gefunden haben. Denn es hat uns gefreut, dass wir dem Wunsch des Friedensnobelpreisträgers AL GORE in seinem bekannten Buch "Eine unbequeme Wahrheit" (An Unconvenient Truth) 2006 der deutschen Ausgabe (Seite 305) insofern Rechnung tragen konnten, dass wir darin in der genannten Website www.prima-klima-weltweit.de als einzige Organisation mit unserem Lösungsansatz "Wiederaufforstung des Drachenbaum-Regenwaldes Maromiza mit autochthonen Gewächsen" zur Behebung der Klimakrise aufgeführt worden sind.

Insgesamt hat die sechsjährige Arbeit der Stiftung NAT für die Arbeitsbeschaffung der armen Bevölkerung durch das Management zur Erhaltung und Pflege des Drachenbaum-Regenwaldes Maromiza außergewöhnliche Früchte getragen. Die restliche Abholzung dieses Kern- und Verbindungsstücks des östlichen madagassischen Regenwaldes, dessen sechs Nationalparks am 27.07.2007 zum "Welterbe der Natur" der UNESCO erhoben wurden, ist durch die Tätigkeit der Stiftung NAT gerade noch verhindert worden. Das gesamte 1.600 Hektar große Gebiet Maromiza wird zur Zeit auf Antrag der Stiftung NAT lt. Bescheid des Ministeriums als Naturschutzgebiet ausgewiesen und soll dem Welterbegebiet angegliedert werden. Außerdem ist das Projekt im Rahmen der CO2-Bindung für Madagaskar mit einbezogen worden. Nach Berechnungen von Fachleuten erbringt die Wiederaufforstung der bisher 100 Hektar eine Kohlenstoffsenkung/Sequestierung von 1 000 t CO2 pro Jahr, in vorgesehenen # 40 Jahren Wachstumszeit 40 000 t CO2-Bindung. Eine Demonstrationsfläche von 4 Hektar ist als Pufferzone und zur Unterrichtung für und zur Nutzung durch die Bevölkerung geschaffen worden, auf der Obstbäume, Gemüse, Kartoffeln, Mais, Ananas und andere Nutzpflanzen angebaut und von der bereits die ersten Ernteerträge eingebracht wurden. Die Untersuchungen zum Endemismus und zur wahrscheinlich größten Biodiversität Madagaskars auf kleinster Fläche haben der Bevölkerung und den Ökotouristen den hohen Wert des Maromiza-Waldes und seiner Tierwelt aufzeigen können. Durch die Anlagen für einen behutsamen und doch attraktiven Ökotourismus wurde der einheimischen Bevölkerung eine permanente Einnahmequelle geschaffen.

Die Arbeit der Stiftung NAT ist nunmehr durch Auslaufen der Kooperationsverträge beendet. Die "Hilfe zur Selbsthilfe" ist geleistet worden. Jetzt übernimmt die Forstdirektion Moramanga mit der Primaten- und Umweltschutzgruppe (Groupe d’ Etude et de Recherche sur les Primates de Madagascar, GERP) das weitere Management für Maromiza, wobei nach der endgültigen Ausweisung Maromizas als Naturschutzgebiet und die Übertragung auf ANGAP die Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Finanzierungsbeitrag leisten will.

Auch die weiteren Wiederaufforstungsarbeiten werden - statt über die Stiftung NAT jetzt über GERP - von der Bevölkerung von Maromiza-Anevoka ausgeführt. Dass dieses, für eine relativ kleine Nichtregierungsorganisation (NRO) wie die Stiftung NAT, große Projekt so erfolgreich durchgeführt bzw. abgeschlossen werden konnte, war - außer den oben genannten Sponsoren - vor allem der finanziellen Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg zu verdanken.

 

01.04.2007:
Zwischen Kattas und Schimpansen

An der europaweiten „Madagascar Conservation Campagne“ der EAZA (Europäischer Zooverband) vom April bis Dezember 2007 nimmt auch der Zoo Karlsruhe teil. Die Eröffnungsfeier mit dem 1. Bürgermeister der Stadt fand am 30. März 2007 in der Halle des Affenhauses statt. Als kompetenten Partner hatte der Zoo die Stiftung Natur- und Artenschutz in den Tropen (NAT) zur Eröffnungsrede eingeladen.

Der Stiftungspräsident der NAT, Helmut Zimmermann dankte zuerst für die Einladung der Zoodirektorin Dr. von Hegel und ihren tatkräftigen Mitarbeitern Dr. Clemens Becker und Dr. Ulrike Stephan . Er berichtete von seinen Erlebnissen im Moorgebiet Torotorofotsy in Madagaskar, das aufgrund seiner Arbeit und seiner Initiative von der UNESCO auf die Liste RAMSAR der weltweit wichtigsten Feuchtgebiete gesetzt wurde (gleichwertig als Ökolabel wie Weltnaturerbe). Auch die schwierige Arbeit im Regenwald Maromiza, in dem von ihm und wissenschaftlichen Mitarbeitern die bisher größte Artenvielfalt von Madagaskar nachgewiesen werden konnte und der Erschließung eines Teilgebiets für einen „sanften Tourismus“ sowie die Wiederaufforstung der abgebrannten Waldflächen durch in den NAT-Baumschulen aufgezogenen, zirka  100 000 jungen Regenwaldbäumchen fanden dabei Erwähnung. Sein Dank für die finanzielle Unterstützung ging von der Landestiftung BW, Conservation International/Tany Mewa, PrimaKlima über Zoogeschäfte wie KölleZoo bis zu Arbeitskreisen wie Interessengruppe Phelsuma und Privatinitiativen.

Katta - Foto H. Zimmermann, NAT Foto © H. Zimmermann, NAT

Der Vizepräsident der Stiftung, NAT, Dr. Peter Wüst, erläuterte den Aufbau und die Ziele der Stiftung (sie feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Bestehen) für die Erhaltung der Artenvielfalt und den Schutz der Regenwälder, insbesondere des Drachenbaum-Regenwaldes Maromiza in Madagaskar, seine Erhaltung und die teilweise Wiederaufforstung auch als kleinen Beitrag zur Verminderung der weltweiten CO2-Emissionen. Er zeigte dabei auf, dass die Arbeit der NAT durch die Verleihung des Nationalordens an Helmut Zimmermann durch den madagassischen Staatspräsident Marc Ravolamanana höchste Anerkennung gefunden hat.

Während auf der einen Seite der Halle der Schimpansenmann mit energischen Klopfen an den Käfigscheiben gegen die zahlreichen Teilnehmer der Madagaskarveranstaltung protestierte, begleitete auf der anderen Seite der Halle die große Kattafamilie die Besucher mit Zutrauen und neugierigem Wohlwollen.  

 

12.03.2007:
100 000 junge Regenwaldbäumchen und der Giraffenhalskäfer

Der artenreiche Drachenbaum-Regenwald Maromiza bei Andasibe wurde zum einem Teil durch Abholzungen und Brandrodungen zerstört. In den letzten zwei Jahren hat die deutsche Stiftung Natur- und Artenschutz in den Tropen (NAT) bereits mit über 39 000 junge Regenwaldbäumchen von ca. 30 verschiedenen autochthonen Arten mit finanzieller Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg, PrimaKlima weltweit und anderen Sponsoren wieder aufgeforstet. Jetzt stehen über 60 000 Jungpflanzen in den NAT-eigenen Baumschulen bereit zur Auspflanzung (finanziert durch Tany Meva, Madagaskar), sodass bald 100 000 Bäumchen – keine Pinien oder Eukalyptus, sondern nur einheimische Baumarten – neu angepflanzt sind.

Dieser Regenwald beherbergt nach den bisherigen wissenschaftlichen Erhebungen wahrscheinlich die höchste Artendichte Madagaskars auf nur 1.600 Hektar, darunter auch den berühmten, bizarren Giraffenhalskäfer Trachelophorus giraffa (der versehentlich am 06.12.2005 auf unserer Umweltseite als Gitarrenhalskäfer bezeichnet wurde). Die Männchen haben einen sehr langen Hals, fast so lang wie der ganze Körper. Er kommt zwar häufig im Maromiza-Wald vor, ist aber mit nur ca. 13 mm Hals- und ca. 14 mm Körperlänge schwer zu finden und fliegt beim Berühren unter entsprechender Lufttemperatur auch schnell davon.

Giraffenhalskäfer
Giraffenhalskäfer (Foto: © H. Zimmermann NAT)

 

29.10.2006:
Neues aus dem Schutzgebiet „Drachenbaum-Regenwald Maromiza“ bei Andasibe der deutschen Stiftung "Natur- und Artenschutz in den Tropen“ (NAT, 2006)

Zurzeit gibt es verstärkt schlechte Nachrichten aus Madagaskar über großräumige Waldbrände „feux de brousse“, zum Beispiel

Dank guter Überwachung des Schutzgebiets Maromiza durch die NGO NAT und weiterer Aktionen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Bevölkerung seit fast 6 Jahren wurden hier, der einzigen Verbindung des nördlichen mit dem südlichen Regenwald Madagaskars bei Andasibe, keine Waldbrände mehr registriert, im Gegenteil:

2004: Präzise Planung zur Aufforstung des zerstörten Teils von Maromiza (s. Klaus Heimer: „Einzigartiger Regenwald in Madagaskar gerettet“, Rheinpfalz, 10.02.2004)

2005: Beginn der 1. Wiederaufforstung von 4000 jungen, autochthonen Bäumchen zusammen mit der örtlichen Bevölkerung in Anwesenheit der madagassischen Behörden (s. www.madagasikara.de, madagassisches Fernsehen und Zeitungen vom 11.04.2005)

2006: Weitere Aufforstung von 34 000 Jungpflanzen von 36 verschiedenen autochthonen Baumarten. 60 Dorfbewohner und madagassische Baumspezialisten wurden beschäftigt. Zwei neue Baumschulen wurden errichtet und Samen und Jungpflanzen zur weiteren Auspflanzung kultiviert.

Baumschule
Da es nicht möglich war Jungpflanzen zu kaufen, hat NAT selbst mit Baumfachleuten Samen und Jungpflanzen von 36 verschiedenen Baumarten des angrenzenden Regenwaldgebiets gesammelt und in eigens errichteten Baumschulen bis zum Aussetzen angezogen. Aus der Anzucht dieser Baumschulen wurden im Juli und August 36 000 Jungpflanzen in entsprechend vorbereitetes Gelände ausgepflanzt.
Dr. Blanchard Randrianambibina
Der Biologe Dr. Blanchard Randrianambibina prüft die Pflänzlinge auf ihre Überlebensfähigkeit vor dem Auspflanzen.

 

Aufforstung - Einsetzen
Arbeiter beim Einsetzen der Jungpflanzen
Aufforstung - Arbeiter
Insgesamt 60 arme Dorfbewohner wurden bei der Wiederaufforstung Juli/August 2006 beschäftigt. Ihre dafür erhaltenen Einnahmen dienen zur Verbesserung ihrer Lebenssituation, doch wurden sie dadurch auch für den Wert ihrer Arbeit und für die Erhaltung des Regenwaldes sensibilisiert.

 

Diese Arbeiten waren nur möglich Dank der finanziellen Unterstützung von: Landesstiftung Baden-Württemberg - Stiftung Entwicklungszusammenarbeit BW, Conservation International - Tany Meva, Kölle Zoo, Interessengruppe Phelsuma, PrimaKlima weltweit - Märkisches Landbrot, Förderkreis NAT. 

Damit trägt die Stiftung NAT nicht nur zum Schutz und zur Erhaltung des Regenwaldgebiets Maromiza mit seiner in Madagaskar einzigartigen Artenvielfalt bei, sondern auch zu dem übergreifenden „Projet conservation de carbon – Restauration du Corridor Vohidrazana-Maromiza-Mantadia“.

Drachenbaum
Der junge Drachenbaum vom Jahr 2005 ist sogar schon ca. 48 cm hoch.

 

06.12.2005:
Deutsches Forscherteam mit madagassischen Mitarbeitern im Drachenbaum-Regenwald Maromiza bei Andasibe

Zum Jahresende 2005 ist zum dritten Mal ein deutsches Forscherteam mit madagassischen Mitarbeitern unter Leitung von Dr. Friederike Woog (Vögel) und Kathrin Marquart (Kleinsäuger) vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS) aufgebrochen, die Vogelwelt und die Säugetierfauna im Drachenbaum-Regenwald Maromiza bei Andasibe zu untersuchen. Gerade im fast unberührten Primärwald des Gebiets sind wiederum hoch interessante Ergebnisse und neue Arten zu erwarten.

Bisher wurden bereits von den Forschern aus Stuttgart festgestellt: 77 Vogelarten, 21 Säugetierarten (ohne Lemuren), 811 Arten Nachtschmetterlinge (darunter den bis zu 28 cm größten, den Kometfalter) und 1001 verschiedene Käfer aus 10 Familien (darunter der bizarre Giraffenhalskäfer).

Bei den Lemuren des Maromiza-Waldes hatten bereits vorher unter Leitung von Prof. Dr. Berthe Rakotosamimanana (sie ist zum größten Bedauern aller Primatologen und Naturfreunde im November 2005 plötzlich verstorben) mit den Mitarbeitern der Groupe d'Etude et de Recherche sur les Primates de Madagascar (GERP) ebenfalls neue Arten entdeckt, so dass die Zahl der Lemurenarten jetzt auf 16 angestiegen ist, die größte Artenvielfalt an Lemuren in einem Schutzgebiet von Madagaskar.

Giraffenhalskäfer
Giraffenhalskäfer (Foto: © H. Zimmermann NAT)

 

09.04.2005:
Baumpflanzaktion NAT

Die Stiftung Natur- und Artenschutz in den Tropen (NAT), die einzige deutsche Naturschutzorganisation in Madagaskar, führt am 9. April 2005 die erste Wiederaufforstungsaktion des teildegradierten Maromiza-Waldes der NAT bei Anevoka-Andasibe durch.

Zur Anpflanzung werden keine Eukalyptus oder Pinien benutzt, sondern nur die einheimischen, autochthonen Baumarten des Maromiza-Regenwaldes, die aus Samen und Jungpflanzen in der eigenen Baumschule herangezogen wurden.

Damit leistet die Stiftung NAT einen Beitrag zur Wiederaufforstung zerstörter und erodierender Regenwaldflächen sowie zur Erhaltung und zum Schutz der Biodiversität dieses einzigartigen Drachenbaum-Regenwaldes, in dem bisher auf 1600 Hektar 16 Lemurenarten, über 66 Amphibienarten, mehr als 63 Orchideenarten und viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten gefunden wurden.


Stationschefin der NAT mit Regenwaldpflanzen

Diadem-Sifaka (Propithecus diadema diadema)

 

02.02.2005:

Am 2. Februar 2005, dem „Tag der WELTWEIT WICHTIGSTEN FEUCHTGEBIETE“ wurde das Moorgebiet TOROTOROFOTSY bei Andasibe-Ostmadagaskar als 4. Feuchtgebiet Madagaskars in die Liste RAMSAR der wichtigsten Feuchtgebiete der Erde aufgenommen.

Die einzige deutsche, in Madagaskar arbeitende Naturschutzorganisation, die „Stiftung Natur- und Artenschutz in den Tropen“, hat nach jahrelangen Untersuchungen in diesem Gebiet eine selten hohe Biodiversität festgestellt:

Fast 200 (zu etwa 90 % endemische) Wirbeltierarten wie Lemuren und andere Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien - darunter das nur hier und sonst nirgends auf der Erde vorkommende, berühmte Madagassische Goldfröschchen Mantella aurantiaca - dazu 63 Orchideen- und viele andere seltene Pflanzenarten.

Deshalb hat die Stiftung NAT am 22.02.2001 bei der madagassischen Regierung (Comité National RAMSAR, DGEF) erfolgreich den Antrag gestellt, das Regenwald-Moorgebiet Torotorofotsy durch die RAMSAR-Kommission in Gland in die Liste der weltweit wichtigsten Feuchtgebiete (gleiche Wertigkeit als Öko-Label wie „Welterbe der Natur“ der UNESCO) aufzunehmen.

Madagassisches Goldfröschchen (Mantella aurantiaca)

Mantella aurantiaca

 

25.10.2004:
Von ANGAP (einzige Naturschutzinstitution des madagassischen Umweltministeriums) und der Stiftung NAT wird das gemeinsame Naturschutz- und Entwicklungsprojekt MAROLAMBO zur finanziellen Förderung bei der Europäischen Union in Brüssel eingereicht.

Oktober 2004:
Deutsch-Madagassiche Kulturwochen (Semaines Culturelles Germano-Malgaches) in der Hauptstadt Antananarivo. Beteiligung der Stiftung NAT mit Postervorträgen in der Universität (Wissenschaftskolloquium "Biodiversität") und im Ausstellungsgebäude der Hauptstadt.

17.10.2004:
Der Weltbankpräsident James Wolfersohn besucht das Indri-Naturschutzgebiet bei Andasibe.

24.05.2004:
Verleihung des Nationalordens der Republik Madagaskar an NAT-Präsident Dipl.-Ing. Helmut Zimmermann durch madagassischen Senatspräsident Guy Rajemison in der madagassischen Botschaft Falkensee/Berlin.

27.03.2004:
Besuch und Führung des madagassischen Staatspräsidenten Marc Ravalomanana mit Ministern u.a. im NAT-Schutzgebiet "Drachenbaum-Regenwald Maromiza, Andasibe", Madagaskar.

Juni/Juli 2003:
ZDF-Fernsehaufnahmen über Ökotourismus und Naturschutz (ein Schwerpunkt "Drachenbaum-Regenwald Maromiza,Andasibe") in Madagaskar mit Protagonisten Sonja Ranarivelo und Helmut Zimmermann. Ausstrahlungen am 06.11.2003 in ARTE und 21.12.2003 im ZDF und 28.11.2004 in 3SAT.